Surfen, Stau, Pavianattacke, Münsterliebe, Seilbahnhorror und Wale

Unsere Urlaubswoche geht weiter!

Am Sonntag sind Pam, Jojo, Isa und Ich nach Muizenberg an den Strand gefahren, damit Jojo ihrer Surferliebe nachgehen konnte. Bei bestem Wetter haben sie und Pam sich in den Neoprenanzug gepackt und sind raus in die Wellen gestartet.

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Isa und Ich sind dann zu einem Strandspaziergang aufgebrochen, bei dem es Allerlei zu bestaunen gab. Neben den für Muizenberg charakteristischen bunten Buden, riesigem Seegras und vielen verschiedenen Menschen die einen Strandtag genießen ist auch noch ein Seehund an uns vorbei geschwommen. Nachdem wir schon ein ganzes Stück gelaufen sind rief plötzlich eine Frau hinter uns her und fragte ob wir Touristen seien. Dann sollten wir am besten umkehren, denn wenn wir mit unserer Hautfarbe und unseren Rucksäcken weiter gehen könnte es ein wenig gefährlich werden, da ein Stück weiter vor etwa einer Woche jemand mit einer Pistole bedroht wurde und sich nicht ganz so nette Menschen zwischen den Dünen aufhalten. Erst dann ist uns aufgefallen, dass wir so ziemlich die einzigen Weißen an diesem Abschnitt vom Strand waren und sich ansonsten dort nur Coloureds oder Schwarze aufhielten. Über 20 Jahre nach Ende der Apartheid ist der Strand also  immer noch zumindest teilweise getrennt. Wir haben dann den Rückweg zum Surfer Spot angetreten wo Jojo und Pam erschöpft aus dem Wasser gekommen sind. Nach einem kleinen Abstecher nach Kalk Bay sind wir dann mit dem Auto wieder zurück gedüst.

Am Dienstag haben Jojo und Ich dann Steffi in Grassy Park eingesammelt und sind im schlimmsten Stau zum Cape of good hope gekrochen. Nach ca. zweistündiger Fahrt haben wir uns dann vom Table Mountain National Park verzaubern lassen. Wie immer sagen Bilder mehr als tausend Worte:

dsc00308Nach einer nicht ganz so schönen Begegnung mit diesen friedlich dreinblickenden und sich entlausenden Zeitgenossen war dann leider unsere Wassermelone futsch und wir hatten den Spott der Ranger und wartenden Busfahrer auf unserer Seite. Die „Baboons“ sind ein echtes Problem, da irgendwelche Besucher trotz gefühlt hunderter Schilder auf denen steht dass man sie nicht füttern darf den mittlerweile fast zahmen Tieren Futter geben, werden sie ganz schön dreist und entreißen alle Nahrung, die sie sehen.

Tja ohne Stärkung sind wir dann einen wunderschönen Wanderweg entlang zu einem fast einsamen Strand und haben die Füße ins sehr sehr kalte Wasser gehalten.

Da es direkt auf der Route lag, haben wir auf dem Rückweg in Simons Town noch einen kleinen Stop eingelegt. Simons Town ist relativ bekannt, da es dort etliche Pinguine gibt. Etliche haben wir zwar nicht gesehen, laut unserem sehr netten Park- Guide war noch zu viel los und die Pinguine verkriechen sich dann schnell ins Wasser um ungestörter zu sein. Immerhin haben wir aber doch zwei zu Gesicht bekommen.

Gestern haben wir dann unsere Wanderschuhe angezogen und sind auf den Tafelberg gestapft. Nach 2,5 Stunden Aufstieg mit verschwitzten Shirts, diversen Flüchen und Versprechen diesen Quatsch nie wieder zu tun wurden wir dann mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Mir war recht schnell klar, dass ich diesen Aufstieg definitiv wiederholen werde, so schweißtreibend er auch war. Leider war es ein wenig diesig, weswegen die Fotos nicht ganz so schön geworden sind wie erhofft.

Da wir ein wenig spät dran waren und lieber die Aussicht genießen wollten anstatt den Weg herunter auch zu Fuß zu bestreiten sind wir dann mit der Seilbahn herunter gefahren. Special Effects der Seilbahn: Sie hat sich gedreht und war an einigen Stellen ohne Fenster, vermutlich um das Panorama des Berges ohne Scheiben genießen zu können- ich möchte nicht übertreiben aber das waren mit die zehn schlimmsten Minuten meines Lebens!

Heute haben wir dann ein bewegungsarmes Programm vorbereitet und sind mit unserem Auto 1,5 Stunden nach Hermanus gefahren um hoffentlich ein paar Wale beobachten zu können. Der Ort hat aber ein so wunderschönes Panorama, dass man die Wale dort gar nicht bräuchte, um Touristen anzulocken. Nachdem wir ein Stück am Wasser entlang gegangen sind und uns dazu entschlossen haben etwas zum Essen zu suchen sind wir der großen Schar Menschen gefolgt die sich an der Küste versammelt hatte. Und siehe da wir hatten tatsächlich Glück: Zwei Wale schwammen direkt vor unserer Nase. Viel haben wir von ihnen eigentlich nicht gesehen, lediglich die Schwanzflossen und ein Stück Nase aber allein die Atmosphäre dieser gewaltigen Tiere zu spüren war atemberaubend.

Morgen fahren wir drei dann noch zum Surfen an den Strand von Big Bay, wo mir meine erste Surfstunde bevor steht- Ich bin sehr gespannt!

Ab Montag sind die Ferien vorbei und ich muss wieder zur Arbeit. Bei all den spannenden Dingen die ich diese Woche erlebe und jetzt schon nicht missen möchte bin ich doch froh, wenn sich sowas wie ein Alltag einspielt und ich nicht mehr das Gefühl habe, hier Urlaub zu machen. Momentan habe ich nämlich immer noch nicht ganz realisiert, dass ich ein ganzes Jahr in dieser atemberaubenden und so kontroversen Stadt leben werde. Die letzten Tage haben uns wieder einmal vor Augen geführt, wie unterschiedlich das Leben in Kapstadt sein kann. Während wir bei der Arbeit in den Townships doch sehr viel Armut und Hilflosigkeit sehen ist das „Touristen- Kapstadt“ bevölkert von Weißen die sich an den „Hot-Spots“ tummeln. Natürlich gehören wir in dem Moment in dem wir dort sind definitiv auch dazu; die Situation, dass wir aber nicht nur diese Seite kennen lernen, erschwert es für mich persönlich manchmal die schönen Orte und Momente zu genießen. Die Ungerechtigkeit, dass Menschen die ihr Leben lang hier leben diese Orte aus finanziellen Gründen nicht besuchen können, schwebt häufig im Hinterkopf mit. Wie schon einmal erwähnt, es ist momentan noch sehr schwer seinen Platz in dieser Stadt zu finden aber ich glaube nach 18 Tagen vor Ort ist es auch noch nicht möglich.

Nach so vielen recht negativen Worten möchte ich aber nochmal sagen dass es mir hier gut geht und ich mich auf das kommende Jahr sehr freue.

Fühlt euch geherzt,

Kathi

PS: Das wichtigste hätte ich doch glatt fast vergessen. Die größte Freude diese Woche war der Moment an dem ich gemerkt habe, dass die Münsteraner sehr reisefreudige Menschen sind, die ihre Spuren auf der ganzen Welt hinterlassen. So habe ich doch am Leuchtturm am Kap der guten Hoffnung einen Aufkleber entdeckt, der mein Herz hat höher springen lassen! Aber in einem Naturreservat überall seine Aufkleber zu verteilen ist grundsätzlich natürlich eher uncool 🙂

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3 Gedanken zu “Surfen, Stau, Pavianattacke, Münsterliebe, Seilbahnhorror und Wale

  1. Hey Kathiiiii ❤
    Das sind wirklich tolle Storys und hammer Bilder 🙂 Da wird man wirklich so neidisch… aber ich freue mich sehr für dich, dass du diese Möglichkeit hast all das zu erleben!!!!!!
    Freue mich schon sehr auf deinen nächsten Post :*
    Drück dich
    Lilli

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  2. Sehr, sehr cool Kathi!

    Das du freiwillig so schnell wieder einen Berg rauf kletterst finde ich mal super klasse! Offensichtlich habe ich dich doch nicht in Österreich verschreckt 😀 Aber so wie das klingt, wäre ich den Berg lieber zu Fuß wieder runter gerannt 🙂

    Ansonsten klingt das alles ziemlich spannend. Ich hoffe, dass du dich jetzt ein wenig über deine Arbeit da einfindest, und so langsam dort ankommst. Ich beneide dich ja schon, dass ihr jetzt so langsam auf die Sommermonate zugeht, und wir uns jetzt hier einen abfrieren dürfen.

    Naja, dann bleibt einem wohl wenig übrig, und man muss dich dort besuchen kommen 😀

    Ganz liebe Grüße

    Fred

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