Urlaub. Mal wieder.

Da in Südafrika im Juli drei Wochen lang Winterferien sind, hatte ich noch einmal Zeit ein wenig zu reisen. Am 3. Juli ging es mit dem Flieger ab nach Johannesburg, um ein paar andere Freiwillige zu besuchen. Der vorab Stress mit der nicht funktionierenden Kreditkarte und einem Handyakku der sage und schreibe zwei Minuten hielt wurde von der Wiedersehensfreude relativ schnell vergessen.

Vier Tage Johannesburg mit einer Hop on/off Bustour, dem Apartheidsmuseum, viel Essen und Trinken in diversen Bars und noch mehr Geschnatter sind recht schnell vergangen.

Am darauffolgenden Freitag bin ich dann mit Leander und Sam (zwei Freiwillige von SageNet) Richtung Drakensberge aufgebrochen. In einem wundervoll ruhigen Hostel haben wir ein paar Tage mit Wandern verbracht.

Über Durban ging es weiter nach Port St. Johns. Auf dem Weg „durften“ wir abends um halb acht auf der Landstraße im Nirgendwo einen kleinen Zwischenstopp einhalten, weil einer von uns dem eigentlich nicht zu übersehenden Schlagloch nicht mehr ausweichen konnte und dem linken Vorderrad darauf hin die Puste ausging. An dieser Stelle keine Schuldzuweisungen. Nach einem Reifenwechsel in klassischer Rollenverteilung (die Jungs machen, Kathi hält die Taschenlampe) und Fahrerwechsel sind wir recht spät erst angekommen und haben uns aufs Ohr gehauen. Am Tag drauf sind wir weiter nach Coffee Bay. Zwei Stunden Offroad (Was ich noch nicht erwähnt habe: Unser Auto war ein VW Polo vivo!) haben ziemlich an meinem Nervenkostüm gezerrt und ich war sehr froh, dass das Hostel zur Begrüßung ein Freibier ausgehändigt hat. Gesehen haben wir auf dem Weg so einiges: Einen kompletten Streichelzoo am Straßenrand, sehr ländliche und ärmliche Siedlungen und Kinder die uns „sweets sweets“ rufend entgegen gelaufen sind. Das ist ein anderes Südafrika als ich es aus Kapstadt kenne!

Nach einem kleinen Kampf mit den Wellen an der Wild Coast, einer Beule am Kopf und meiner Einsicht, dass Surfen in Muizenberg echt ein Kinderspiel ist sind wir am nächsten Tag von der Coffee Bay nach Hogsback aufgebrochen. Im Hostel „Away with the fairies“ ist wirklich so gut wie alles auf Feen und Mythen ausgelegt. Bei Angie kann man sich ernsthaft während einer Massage die Feen- Tarotkarten legen lassen. Kurz überlegt und dann doch lieber gelassen, wer weiß was die mir voraus gesagt hätte!

Eine Wanderung zum Madonna and Child Wasserfall am nächsten Tag hat uns durch einen wunderschön dichten Wald geführt und mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Mittags ging es weiter nach Hamburg, wieder um andere Freiwillige zu besuchen. Hamburg ist ein ziemlich kleines Dorf, in dem man abends um elf im Dunkeln in aller Ruhe am Strand sitzen und Sternschnuppen erspähen kann. Ungläubig habe ich mir das ungefähr zehn Mal bestätigen lassen. Zu so später Stunde haben wir dann noch einen Ausflug in eine der zwei ansässigen Tavernen gemacht. Definitiv eine Erfahrung die ich nie vergessen werde, Ausgehen auf dem Land ist in Südafrika sehr speziell.

Weiter ging die Fahrt nach Port Elizabeth wo wie wieder andere Freiwillige besucht und gemeinsam einen kleinen Braai veranstaltet haben. Der Leander hat uns am nächsten Morgen leider verlassen. Da er die Garden Route schon gefahren ist, ist er von PE nach Kapstadt zurück geflogen. Fix noch das Auto ausgetauscht, da wir ja immer noch mit dem Ersatzreifen unterwegs waren und Sam und Ich sind zu zweit nach Jeffreys Bay aufgebrochen. Da dort grade ein Surf Wettbewerb stattfand war am Strand recht viel los und wir sind in den Genuss gekommen, professionellen Surfern zuzuschauen. Im Hostel habe ich  natürlich Leute kennen gelernt, die auch aus Obz kommen und festgestellt, dass wir gemeinsame Freunde haben. 800 Kilometer entfernt lässt mich diese Stadt doch nicht in Ruhe.

Von Jeffreys Bay sind wir weiter nach Plettenberg, wo Sam’s liebe Mutter uns für zwei Nächte ein Airbnb gesponsort hat. Nach fast zwei Wochen Hostelzimmer, -Küche und -Bad war das eine sehr willkommene Abwechslung. Da ich mit meiner Familie schon einmal in Plettenberg war musste Sam mit mir unbedingt in diese eine französische Bäckerei und Karottenkuchen essen. Ansonsten haben wir einige Zeit am Strand verbracht und es uns einfach gut gehen lassen. Von Plettenberg Bay sind wir noch für eine Nacht nach Mossel Bay, da wir auf Wale gehofft haben. Gesehen haben wir dann leider doch keine, Mossel Bay an sich ist aber recht schön und einen Besuch wert. Natürlich musste ich auch dort Jemanden aus Obz kennen lernen. Ab jetzt verschweige ich, wo ich in Kapstadt lebe! Am 20. Juli sind wir dann in Kapstadt angekommen und der Sam ist zwei Tage später zurück nach Johannesburg geflogen.

Ich hatte drei sehr schöne und entspannte Wochen und bin absolut gestärkt wieder ins Arbeitsleben zurück gekehrt. Um ehrlich zu sein, habe ich mich aber auch wahnsinnig gefreut, meine Arbeitskolleginnen und Kids wieder zu sehen und mich gefreut, dass wir zwei neue Kinder im Center haben.

Jetzt beginnt so langsam der Endspurt und ich habe noch exakt 52 Tage in Südafrika. Zweistellig. Die Unibewerbungen sind schon lange raus und mein zwischen vermietetet Zimmer in Münster ist doch endgültig frei geräumt worden, weil ich noch nicht weiß, wohin der Wind mich trägt. In diesem Fall ist der Wind die Antwort der Unis, ich hoffe doch auf eine positive! Sobald eine Mail reinfliegt lasse ich es euch wissen.

Solange wird aber noch der südafrikanische Winter genossen. Mit Regen und Wind. Ist ja wie Zuhause hier!

Fühlt euch geherzt,

Kathi


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