North-South//South-North

In Südafrika ist langfristige Planung ein Fremdwort. So werden beispielsweise Einladungen für den Tag der offenen Tür einen Tag vorher raus geschickt und der Versuch Verabredungen mit Freunden in die nächste Woche zu legen scheitert regelmäßig. Dementsprechend war niemand überrascht, als wir letzten Sonntag Vormittag eine Nachricht von Agnetha, einer SAGENet Mitarbeiterin bekommen haben, dass die südafrikanischen Freiwilligen, die im September für ein Jahr nach Deutschland gehen grade in Kapstadt sind. Unsere Anwesenheit sei sehr gewünscht, da es den Tag über um Deutschland gegen solle und wer wäre dafür besser geeignet als wir deutschen Freiwilligen. Also habe ich Steffi, Isa und Pam eingepackt und wir sind gegen Mittags nach Pinelands aufgebrochen, wo die Gruppe aus fünf Freiwilligen für neun Tage ihr Vorbereitungsseminar hatten.

Ich dachte ehrlich gesagt, wir setzen uns ein wenig zusammen, können quatschen und Fragen beantworten und das ganze ist gegen fünf/ halb sechs gegessen. Und wie so oft kommt es in Kapstadt anders als gedacht.

Nachdem wir eine Stunde in der Sonne gewartet haben, weil noch Deutschunterricht gegeben wurde, wurden wir mit stolzem „Guten Tag“ und „Willkommen“ begrüßt. Grußformeln standen wohl an dem Tag auf dem Unterrichtsplan. Nach einem Lunch und  viel Geplapper „durften“ wir dann tatsächlich richtig mitarbeiten. In Zweiergruppen haben wir verschiedene Aspekte zum Thema Deutschland bearbeitet und vorgestellt. Ich habe für mich selber noch einmal festgestellt, wie kompliziert und unsinnig unser Schulsystem sein kann. Es war aber sehr schön zu sehen, wie wissbegierig und aufgeregt die Freiwilligen sind. Ich habe vermutlich noch nie so viel über Deutschland gesprochen und es ist eine spannende Erfahrung, anderen Menschen von seinem Heimatland zu erzählen. Ein Quiz über die Bundesländer + Landeshauptstädte wurde überragend von mir und meinem Partner gewonnen und ein anderes Quiz über Deutschland generell ging im südafrikanischen Temperament ein wenig unter und hat für viel Spaß und Gelächter gesorgt.

Spontan wurden wir dann noch zum Essen eingeladen. Ein Blick auf die Speisekarte reichte aus und keiner von uns hatte den Gedanken nach Hause zu fahren. Schnitzel, Käsespätzle, Kartoffelpuffer mit Apfelmus und Salat hatten unsere Mägen überzeugt. Da leider keiner  wusste, wie man Käsespätzle selber macht musste Manelisi (SAGENet Freiwilliger, der letztes Jahr in Deutschland war) das Zepter übernehmen. Ein Südafrikaner, der Deutschen zeigt wie man Käsespätzle macht. Kann man sich nicht ausdenken! Beim Kochen wurde abwechselnd Südafrikanische und Deutsche Musik vorgespielt, getanzt, gesungen, ein riesiges Chaos hinterlassen und dauerhaft durcheinander geschrien. Mit vollen Mägen haben wir uns gegen zehn dann endlich auf den Heimweg gemacht. Etwas länger als erwartet, aber alle sehr froh, dass wir uns an diesem Tag dem Seminar angeschlossen haben. So viel Lebensfreude und Offenheit wie die fünf ausstrahlen werden sie ein richtig gutes Jahr in Deutschland haben. Da bin ich mir sicher.

Fühlt euch geherzt,

Kathi

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Spaß beim Kochen!

 


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