Der Countdown läuft…

Es ist mittlerweile Anfang September und mir bleiben noch sage und schreibe zwei Wochen in Kapstadt. Mama hat schon gefragt, was ich essen möchte wenn ich wieder da bin- es wird also ernst! Zeit für einen Rückblick:

Ich habe in einem Jahr Südafrika gelernt, dass man auch nur mit einem Handschuh zehn Kindern die Windeln wechseln und man seinen Chef mögen kann; habe zweimal gedacht, dass ich es bis nach Namibia schaffen werde und war immer noch nicht da; habe Freundschaften geschlossen, die ich auch über die sich heranschleichende Distanz versuchen werde zu halten; habe die gesamte Küste Südafrikas bereisen dürfen; festgestellt, dass ich eigentlich zu alt für den ganzen Kram bin, bin überraschender aber glorreicher Beerpong Champions League Sieger geworden, habe bemerkt, dass ich deutsche Tugenden wohl nie ablegen werde (Stichwort schnelles Gehen und Pünktlichkeit) und bin froh und dankbar, dass ich ein Jahr in dieser wahnsinnigen Stadt leben und arbeiten durfte; mir wurde vor zwei Wochen leider noch das Handy aus der Tasche geklaut und ich habe meine erste Folge Game of Thrones geschaut (Leider das Staffelfinale weswegen ich natürlich nichts verstanden habe. Aber gutes Essen und nette Gesellschaft hatten mich hergetrieben); ich habe gelernt zu surfen; meine Abneigung gegen Fitnessstudios wenigsten ein wenig ablegen können; habe Schafskopf und Township Bier probiert.

Ich habe mich eingelebt und muss dieses Mal mehr Mal weniger mühsam aufgebaute Leben nun verlassen. Ein wenig Wermut macht sich breit aber ich freue mich auch wahnsinnig auf einen neuen Lebensabschnitt in Dresden. So sehr ich die Arbeit im Center auch genieße ist sie kognitiv nicht fordernd. Es wird Zeit mal wieder etwas zu lernen!

In der letzten Zeit habe ich eine bestimmte Frage sehr häufig zu hören bekommen:

„Was hast du in diesem Jahr gelernt!?“

Ich glaube, dass ich durch mein Alter und meine Vorerfahrungen in Deutschland andere Herausforderungen hatte als beispielsweise meine doch recht jüngeren Mitfreiwilligen. Alleine Leben, Einkaufen und Wäsche waschen habe ich in den drei Jahren Münster schon lernen dürfen. Das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft ist mir dementsprechend auch nicht fremd gewesen, obwohl es sich doch deutlich zu dem unterscheidet, was ich in Deutschland erlebt habe. Nichtsdestotrotz bin ich der Überzeugung, dass man egal wie alt man ist, immer noch etwas lernen kann. Und auch wenn es mir im letzten Jahr häufiger vorgehalten wurde bin ich ja doch noch gar nicht soo alt! Was nehme ich also mit?! Ich glaube wenn man etwas in Südafrika lernt dann, dass man Dinge nicht allzu sehr planen sollte und entspannter wird, wenn etwas nicht so läuft wie man das eigentlich möchte. Das Leben wird ein wenig entschleunigt (besonders an Supermarktkassen) und man betrachtet scheinbar negative Situationen aus einem neuen Blickwinkel. Ich weiß Dinge wie die eigene Privatsphäre und die Freiheit sich im Dunkeln noch alleine zu bewegen deutlich mehr zu schätzen und habe gelernt mich einzuschränken. Sei es in Bezug auf den Wasserverbrauch, Hygienestandards oder das persönliche Budget.

Ich komme also mit einem riesigen Koffer voller neuer Erfahrungen, Freunden und Glück zurück. Mehr hätte ich mir nicht wünschen können! Ich werde Kapstadt auf jeden Fall in absehbarer Zeit einen weiteren Besuch abstatten und mit hier gewonnenen Freunden in Erinnerungen schwelgen!

Bis bald & fühlt euch natürlich geherzt,

Kathi


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